Idee

Der Kindercircus Knallbonbon ist ein Modellprojekt der psychotherapeutischen Praxis für Kinder- und Jugendliche von Dipl. Psych. Päd. Claudia Bauer. Die Idee des kulturpädagogischen Pilotprojektes „Kinder machen Circuskunst" entstand in der praktischen therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Zum einen wurde immer wieder deutlich, wie wichtig es für die Kinder ist, ihre Gefühle und Empfindungen, ob Trauer, Freude, Ärger oder Wut körperlich ausdrücken zu können. Es zeigte sich, wie dankbar sie das Angebot annehmen, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zeigen und sich als Person mit all ihren Stärken und Schwächen darstellen zu können.


Mit den Jahren therapeutischer, pädagogischer Arbeit wurde aber auch immer wieder deutlich, wie wenig Kinder heute die Möglichkeiten dazu haben und wie problematisch die gesellschaftliche Tendenz ist, Kinder in verbreitetem Maße mit TV, Computer, Video etc. zu beschäftigen. Grob- und feinmotorische Defizite, Ängste, Störungen des Sozialverhaltens, eine Verödung der Phantasie, der Verlust an Eigentätigkeit und vieles mehr, sind immer häufiger zu beobachten und stehen erfahrungsgemäß in einem engen Zusammenhang mit intensivem Medienkonsum.

Aus diesen Erfahrungen entstand der Wunsch, Kindern „Spielräume" zu schaffen, in denen sie selbst kulturell tätig werden können. Kindercircusarbeit als kulturpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat den Ansatz, Verbindung aufzunehmen mit konkreten Lebensfeldern und Kulturen von Kindern. Gemeint ist damit die Familie, der Kindergarten, der Spielplatz, die Schule, der Stadtteil.

Seine Arbeit zielt in der Regel auf das Entdecken von verborgenem, kreativem Potential, auf die Fähigkeit damit selbstbewusst und kritisch umgehen zu können (kulturelle Kompetenz) und gleichermaßen auf die Erlangung von sozialer Kompetenz ab. Im Kindercircus sollen Stärken gefördert, nicht die Schwächen gesucht werden. Zudem lernen die Kinder Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Es geht nicht um die Orientierung an spektakulären Höchstleistungen, sondern es soll die körperliche und soziale Entwicklung der Kinder durch attraktive und phantasievolle Angebote, in einem gemeinsamen Tun, gefördert werden.

Kindercircus bietet die Möglichkeit, die Bewegungslust der Kinder aufzugreifen, so ihre psychomotorische Entwicklung zu fördern und Sozialverhalten und Selbstwertgefühl zu stärken. Denn nur wer spürt, dass er besondere Fähigkeiten besitzt, dass er stark ist, kann die an ihn gestellten Aufgaben meistern, Konflikte durchstehen und mit Misserfolgen umgehen. Dies zu erreichen fordert von den Kindern harte Arbeit, regelmäßiges Training, Durchhaltevermögen, Disziplin und die Bereitschaft, auch die Bedürfnisse anderer zu akzeptieren.
Darüber hinaus strebt der Kindercircus die Eröffnung von Spielräumen an, ihre Belebung durch kulturelle Ereignisse und durch Wiederherstellen von Bezügen zu anderen Lebensreichen.

Unser Trainingsprogramm umfasst Akrobatik, Jonglage mit Tüchern, Bällen, Ringen, Keulen und Fackeln, Diabolo, Teller drehen, Fakirkünste, Clownsspiele, Kugellaufen, Pedalo, Rola Bola, Flower Stick, Einrad, Rope Skipping, Hula Hoop, Stelzenlaufen, Feuernummern, Zauberei und einiges mehr. Durch die speziellen Möglichkeiten, die Circus, die Artistik von Natur aus bietet und die spezifische Ausbildung der Trainer war es möglich, auch verhaltensauffällige Kinder, Kinder mit Ängsten, hyperaktive, behinderte oder sozial benachteiligte Kinder mit aufzunehmen.

Aufgrund unserer Erfahrungen der letzten Monate können wir nur unterschreiben, was der Kindercircus Cabuwazi in seinem Konzept deutlich macht: „Auftritte sind immer auch ein Sieg über sich selbst: Lampenfieber, die Angst zu versagen, müssen jedes Mal erst überwunden werden. Kinder, die sonst oft nur vor dem Fernseher oder Computer sitzen würden, finden eine Freizeitbeschäftigung, die ihnen Spaß macht, als Nebeneffekt sie körperlich fit macht und soziale Verhaltensweisen wie Rücksichtnahme, Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein fördert. Die Kinder finden hier Freunde, Ansprechpartner, eine zweite Heimat."

Noch kurz ein Wort zu unserem Programm. Dass wir kein Trapez, oder andere, den Einen oder Anderen faszinierende Gerätschaften benutzen, liegt nicht an der finanziellen Situation unseres kleinen Circus. Nein, wir haben bewusst darauf verzichtet, wollen vielmehr mit reduzierten und einfachen Mitteln arbeiten, um unseren Kindern und unseren Zuschauern zu verdeutlichen, dass nicht die Technik, das Spektakuläre, die Wirkung macht, sondern vielmehr das Engagement jedes Einzelnen, die Liebe und Freude zu dem was er tut. Unseren Zuschauern wollen wir als Gegenstück zu den „neuen Medien" - die Kinder heute überrollen, sie zu passiven Konsumenten machen - ein Stück alter Spielkultur zurückbringen. Seil hüpfen, Gummi hüpfen, Hula Hoop, Ballspiele und vieles mehr. Wir wollen im Circus diese alten Spiele wieder aufleben lassen, den Zuschauer dies spüren lassen und hoffen, dass auf den Einen oder Anderen ein Funke überspringt, der genug Motivation auflodern lässt, dies zu Hause selbst auch auszuprobieren.

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